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06.08.2013

Netseelsorge: Höchste Sicherheitsstandards gegen Datenschnüffler

Karlsruhe, (01.08.2013). Immer mehr Menschen suchen in schwierigen Situationen auch im Internet Rat und Trost. Der aktuelle Datenschnüffelskandal wirft bei vielen allerdings die Frage auf, wie vertraulich Gespräche im Internet noch sind. Die Landeskirche bietet mit netseelsorge.de schon seit über 15 Jahren ein sicheres und vertrauliches Online-Seelsorge-Angebot an.
Oliver Weidermann, zuständig für die Internetarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden, hat schon berufsbedingt keine Berührungsängste mit Sozialen Netzwerken im Internet. Für ihn und seine Kollegin Heike Gundacker gehört neben der "klassischen Internetarbeit" auch das Gespräch mit Menschen in Facebook, Twitter und Co täglich dazu. "Als Kirche sind wir für die Menschen immer erreichbar und präsent, egal ob in Krankenhäusern, Autobahnkapellen, Diakoniestationen, im Rundfunk – ober eben auch im Internet", so der Theologe.
In aller Regel treten die Kirche und kirchliche Mitarbeitende informierend und werbend in den sogenannten Social Media auf. "Dass wir evangelische Christen sind, und in unseren Gemeinden ein vielfältiges Leben stattfindet, darf die NSA ruhig wissen", so Weidermann. Nur da, wo es nicht nur persönlich sei, sondern wo auch die Privat- oder gar Intimsphäre berührt werde, bleiben Facebook & Co konsequent außen vor: "Für seelsorgliche Gespräche setzen die Kirchen durchweg auf eine eigene und datensichere Infrastruktur. Hier in Baden bieten wir schon seit über 15 Jahren mit netseelsorge.de eine bewährte, verlässliche und sichere Seelsorge an."
Ein seelsorgliches Gespräch laufe ausschließlich verschlüsselt zwischen den Ratsuchenden und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Dadurch bleibe das gesetzlich verbriefte Seelsorgegeheimnis gewahrt. "Wir tun jedenfalls alles, dass die Nachrichtendienste sich bei uns die Zähne ausbeißen", so der Internetbeauftragte der badischen Landeskirche. "Als Mitglied der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Christliche Onlineberatung verwendet die netseelsorge eine Verschlüsselungstechnik, die höchsten Sicherheitsstandards beim Onlinebanking entspricht. Und im Gegensatz zu amerikanischen Anbietern besteht bei den deutschen Kirchen definitiv kein Risiko, dass wir die Schlüssel zu den Sicherheitsprotokollen herausrücken!" Zudem würden nach einem abgeschlossenen Seelsorgegespräch alle personenbezogenen Daten und E-Mail-Adressen gelöscht.
Sichere Technik ist das eine, eine hohe Qualität das andere: "Viele Menschen, die Hilfe benötigten, schätzten die Niedrigschwelligkeit und die Anonymität des Beratungsangebotes", betont Kirchenrätin Dr. Monika Zeilfelder-Löffler. Sie sieht in der Net-Seelsorge eine gute Fortsetzung der traditionellen Brief-Seelsorge. Die landeskirchliche Beauftragte für Internetseelsorge und ihr Team von derzeit zwölf Pfarrerinnen und Pfarrern bringen unterschiedlichste Erfahrungen in die seelsorgliche Arbeit ein. Alle sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet und bestens ausgebildet: "Besonders wichtig ist die seelsorgliche Ausbildung und Fortbildung der Seelsorgenden, die  im Netz für die Seelsorge als Ansprechpartner da sind."
Ratsuchende können über die netseelsorge.de einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen.
(Alexandra Weber, ZfK)

23.11.2012

Die badische Landeskirche baut Internet-Seelsorge aus

Für immer mehr Menschen gehört das Internet zur alltäglichen Lebenswelt, in der viele auch Rat und Trost in schwierigen Situationen suchen. Die Evangelische Landeskirche in Baden erhöht daher die Zahl der Internet-Seelsorgenden von fünf auf elf. Ratsuchende können über die Internetseite einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen. Viele Menschen, die Hilfe benötigten, schätzten die Niederschwelligkeit des Beratungsangebotes. Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler sieht in der Net-Seelsorge eine gute Fortsetzung traditionellen Brief-Seelsorge. Der Bedarf nach Seelsorge im Internet steige, betont Zeilfelder-Löffler. „Mit den zusätzlichen Seelsorgenden, die alle eine qualifizierende Aus- und Fortbildung mitgemacht haben, verbessern wir nun die Erreichbarkeit“ (www.netseelsorge.de).

(Kirchenmagazin 3E, echt * evangelisch * engagiert. Das Ideenmagazin für die Kirche)

16.11.2012

AUSBAU DER INTERNET-SEELSORGE

Angesichts der Bedeutung des Internets für den Alltag der Menschen baut die Evangelische Landeskirche in Baden ihr schon seit 15 Jahren bestehendes Seelsorge-Angebot im Internet deutlich aus. Nach dem Relaunch der landeskirchlichen Website ist die Zahl der Internet-Seelsorgenden von fünf auf elf erhöht worden. Ratsuchende können über die Internetseite einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen. Die Datensicherheit genügt dabei höchsten Ansprüchen. Wegen seiner Niederschwelligkeit wird das Beratungsangebot sehr geschätzt. Zwischen den Mails lassen die Seelsorgenden eine gewisse Zeit verstreichen, was dem Ratsuchenden ermöglicht, über sein Problem nachzudenken, wie Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler erläutert: „Es handelt sich nicht um einen Chat. Vielmehr steht die Net-Seelsorge in der Tradition der Brief-Seelsorge.“ Nach sechs oder sieben Mailkontakten wird wenn nötig an eine andere Stelle weitervermittelt. Das Angebot wird nicht nur von Menschen in Baden wahrgenommen. Die meisten Anfragen kommen derzeit aus Nordrhein-Westfalen.

(Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik gGmbH)

 

13.11.2012

 

Die steigende Nachfrage befriedigen

Die badische evangelische Landeskirche baut ihr Seelsorge-Angebot im Internet wegen steigender Nachfrage aus. Nun wurden sechs weitere Seelsorger mit einem feierlichen Gottesdienst in Emmendingen in ihr neues Amt eingeführt, sie verstärken das bislang fünfköpfige Team, zu dem auch das Bad Mergentheimer Ehepaar Ursula und Georg Burkert gehört. Mit den zusätzlichen Seelsorgern soll die Erreichbarkeit im Internet verbessert werden.
Die Landeskirche rechnet in diesem Jahr damit, dass die Zahl der Online-Beratungen um das Vierfache auf insgesamt rund 160 steigen werde. Die meisten Anfragen kämen derzeit aus Nordrhein-Westfalen. Ratsuchende können über die Internetseite einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen. Die Theologen im Netz sind ebenfalls dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet. Die kirchliche Seelsorgearbeit im Internet wurde vor 15 Jahren gegründet.
Eheprobleme, Job-Schwierigkeiten, Suizidgedanken: Immer mehr Menschen suchen im Internet nach Rat und Trost in schwierigen Situationen. Vor 15 Jahren wurde deshalb in der badischen evangelischen Landeskirche das Seelsorge-Angebot im Netz gegründet.
Hannah F. (Name geändert) wollte zusammen mit ihrer Freundin in Hamburg studieren. Während ihre Freundin den Studienplatz mit Bachelor-Abschluss bekam, kam Hannah F. nicht zum Zug. Im Internet suchte sie Rat und schreibt an die Theologin Ursula Burkert.
Sie will wissen, was Gott mit ihr vorhabe und ob sie überhaupt nach Hamburg solle. Es folgten mehrere Briefwechsel per E-Mail, nach drei Wochen hatte auch Hannah F. ihren Studienplatz in Hamburg sicher.
"Wenn Menschen unseren Rat suchen, sind sie meistens verzweifelt, haben Ängste oder Partnerschaftsprobleme, manche sind auch psychisch krank", erzählt die 62-jährige Ursula Burkert, die mit ihrem Gatten jetzt in Bad Mergentheim wohnt, nachdem die beiden zuvor lange in Tauberbischofsheim gewirkt und gelebt hatten. Zusammen mit dem Theologen Dieter Sprengel hatte sie vor 15 Jahren in der badischen evangelischen Landeskirche das erste Seelsorge-Angebot im Netz gegründet. Drei weitere Theologen kamen in den folgenden Jahren dazu, jetzt wurde die Zahl der Internet-Seelsorgenden auf elf erhöht.
Der Bedarf nach Seelsorge im Internet steigt, wie die landeskirchliche Beauftragte für Internet-Seelsorge, Monika Zeilfelder-Löffler, betont. So werde sich die Zahl der Online-Beratungen von anfangs 30 bis 40 in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 160 vervierfachen. "Mit den zusätzlichen Seelsorgenden, die alle eine qualifizierende Aus- und Fortbildung haben, verbessern wir nun die Erreichbarkeit", sagt Zeilfelder-Löffler.
"Am Anfang wurden wir belächelt und als Sexualtherapeuten dargestellt", erzählt Ursula Burkert. Doch die steigende Nachfrage zeige, wie wichtig die Seelsorge im Netz geworden sei. Bei Hannah F. etwa seien es nur fehlende Unterlagen gewesen, die zunächst den gewünschten Studienplatz verhinderten. Bei der Internet-Beratung habe man dies zwar nicht herausgefunden. Doch Burkert sei es damals gelungen, der verzweifelten und antriebslosen jungen Frau Mut zu machen, bei entsprechenden Stellen nachzuhaken, woran die Absage lag.
"Wir sind eine Art Auffangschale und wollen erst mal Vertrauen geben", meint Burkert. Bei der Kontaktaufnahme sei die Erstantwort wichtig, um dann eine tiefere Zusammenarbeit anstreben zu können. Die meisten Anfragen gingen zwischen 23 und 5 Uhr ein, erzählt Burkert. "Wir outen uns, auf unserer Homepage stellt sich jeder Berater mit Bild vor und ist damit erkennbar", sagt sie. So wüssten die User, wen sie ansprechen und mit wem sie in Kontakt kommen wollen. Spätestens nach 48 Stunden erhalte der Ratsuchende Antwort, wenn möglich sogar noch am gleichen Tag.
"Wir bieten keine fertigen Lösungsvorschläge, sondern stellen erst mal Fragen, um weitere Informationen zu bekommen", erklärt Burkert weiter. So könnten sich User intensiver mit ihrem Problem auseinandersetzen "und wir kommen dem zentralen Anliegen gemeinsam und schneller näher". Die Pfarrerinnen und Pfarrer im Netz seien dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet.
Die meisten User kämen aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern, so Burkert. Aber auch Deutsche, die im Ausland lebten, hätten schon Kontakt aufgenommen. "Rund 85 Prozent der User sind Frauen, das Durchschnittsalter der Ratsuchenden liegt zwischen 25 und 45 Jahren", sagt die Theologin. Fast zwei Drittel der in diesem Netz nach Hilfe fragenden Menschen seien Hochschulabsolventen, ein Drittel Fachschulabsolventen.
"Die User können sehr gut formulieren und analytisch denken", sagt Burkert. Eine Beratung kann bis zu maximal sieben E-Mails umfassen, dann entscheiden die Theologen, ob der Hilfesuchende eine Beratungsstelle vor Ort aufsuchen soll oder die Fragen so geklärt werden konnten. Zwischen den Mails lassen die Seelsorgenden eine gewisse Zeit verstreichen, was dem Internetnutzer ermöglicht, über sein Problem nachzudenken, sagt Kirchenrätin Zeilfelder-Löffler.
Problematisch sei, dass die Seelsorger im Ernstfall nicht eingreifen könnten, weil Namen und Adresse der User nicht bekannt seien. So hatte Burkert vor vielen Jahren einen Fall, als eine junge Frau ihr per Mail ihren Selbstmord ankündigte. "Ich habe von dieser Frau danach nie wieder etwas gehört", erzählt die 62-Jährige. Aber es gebe auch User, die sich nach Jahren wieder meldeten und sich für die einstige Hilfe bedankten.

(Fränkische Nachrichten)

 

10.11.2012

 

Landeskirche ernennt sechs Internetseelsorger

Oberkirchenrat Matthias Kreplin übergibt die Urkunden in der evangelischen Stadtkirche von Emmendingen.

KREIS EMMENDINGEN. "Es ist ein Quantensprung für die Internetseelsorge", erklärt Wolfgang Burkhardt aus Oftersheim bei der Amtseinführung der Netz-Seelsorger der evangelischen Landeskirche Baden am Mittwoch in der Stadtkirche von Emmendingen. Nicht nur, dass das Team, das 1997 mit zwei Mitstreitern startete, später auf fünf aufgestockt wurde, und mit sechs Neuen nun eine doppelte Kapazität hat. Mit der Beauftragung aller, auch der Internetseelsorger der ersten Stunde, komme jetzt auch die Anerkennung der Landeskirche.

Zwei, im Gottesdienst verlesene, Hilfegesuche an die Internetseelsorger, zu denen jetzt auch der Kenzinger Hanns-Heinrich Schneider und der Bahlinger Klaus Broßys zählen, verdeutlichten die Sorgen und Nöte, mit denen sie konfrontiert werden. Zugleich aber auch den Unterschied des neuen Mediums zur Telefonseelsorge. "Beim langsameren Schreiben wird mehr nachgedacht, die Anfragen sind qualifizierter und auch der Prozess, beim wechselseitigen Schreiben und Antworten reflektierter", erklärt Ursula Burkert aus Bad Mergentheim, die seit 15 Jahren Internetseelsorgerin ist. Außerdem sei die Hemmschwelle niedriger: "Von der Seele schreibt sich leichter, als zum Hörer gegriffen ist". "Sie haben keine Gesten, hören noch nicht einmal eine Stimme", beschreibt Oberkirchenrat Matthias Kreplin dann auch die besondere Herausforderung für Internetseelsorger.

"Es war an der Zeit, dass wir das Angebot optimiert haben", sagte Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler. Das gelte nicht nur für das technische "relaunch", die Verbesserung der Erreichbarkeit und Datensicherheit, sondern auch für die personelle Aufstockung. Zu den fünf Pfarrerinnen und Pfarrern, die Seelsorge im Internet bisher nebenamtlich anboten, kamen nun sechs Ruheständler. "Erdbebenartig hätten sich die Anfragen in Kürze vervierfacht", betonte die Referatsleiterin für Sonderseelsorge den Wert des Angebots. Elf Internetseelsorger seien nun im Verantwortungsbereich der Landeskirche tätig und würden sich regelmäßig in Regionalgruppen austauschen. "Anfragen erreichen uns aus der gesamten Welt", so Ursula Burkert, was für die Qualität der Homepage spreche.

"Auf allen Ebenen, auf denen Menschen kommunizieren, sollten sie der Kirche, dem Wort der Kirche begegnen", sagte der gastgebende Pfarrer Georg Metzger. Deshalb sei Seelsorge im Internet unerlässlich und eine spannende Aufgabe, denn das Medium sei "vielleicht noch gar nicht richtig entdeckt".

Informationen im Internet unter http://www.netseelsorge.de

(Badische Zeitung)

 

06.11.2012

 

Online-Rettungsring in schwierigen Lebenslagen

Von Ralf Schick (epd)
Eheprobleme, Job-Schwierigkeiten, Suizidgedanken: Immer mehr Menschen suchen im Internet nach Rat und Trost in schwierigen Situationen. Vor 15 Jahren wurde deshalb in der badischen evangelischen Landeskirche ein Seelsorge-Angebot im Netz gegründet.
Karlsruhe (epd). Hannah F. (Name geändert) wollte zusammen mit ihrer Freundin in Hamburg studieren. Während ihre Freundin den Studienplatz mit Bachelor-Abschluss bekam, kam Hannah F. nicht zum Zug. Im Internet sucht sie Rat und schreibt an die Theologin Ursula Burkert.
Sie will wissen, was Gott mit ihr vorhat und ob sie überhaupt nach Hamburg soll. Es folgen mehrere Briefwechsel per E-Mail, nach drei Wochen hat auch Hannah F. ihren Studienplatz in Hamburg sicher.
«Wenn Menschen unseren Rat suchen, sind sie meistens verzweifelt, haben Ängste oder Partnerschaftsprobleme, manche sind auch psychisch krank», erzählt die 62-jährige Ursula Burkert. Zusammen mit dem Theologen Dieter Sprengel hat sie vor 15 Jahren in der badischen evangelischen Landeskirche das erste Seelsorge-Angebot im Netz gegründet. Drei weitere Theologen kamen in den folgenden Jahren dazu, jetzt wird die Zahl der Internet-Seelsorgenden auf elf erhöht.
Der Bedarf nach Seelsorge im Internet steigt, wie die landeskirchliche Beauftragte für Internet-Seelsorge, Monika Zeilfelder-Löffler, betont. So werde sich die Zahl der Online-Beratungen von anfangs 30 bis 40 in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 160 vervierfachen. «Mit den zusätzlichen Seelsorgenden, die alle eine qualifizierende Aus- und Fortbildung haben, verbessern wir nun die Erreichbarkeit», sagt Zeilfelder-Löffler.
«Am Anfang wurden wir belächelt und als Sexualtherapeuten dargestellt», erzählt Burkert. Doch die steigende Nachfrage zeige, wie wichtig die Seelsorge im Netz geworden sei. Bei Hannah F. etwa waren es nur fehlende Unterlagen, die zunächst den gewünschten Studienplatz verhinderten. Bei der Internet-Beratung konnte dies zwar nicht herausgefunden werden. Doch Burkert gelang es damals, der verzweifelten und antriebslosen jungen Frau Mut zu machen, bei entsprechenden Stellen nachzuhaken, woran die Absage lag.
«Wir sind eine Art Auffangschale und wollen erst mal Vertrauen geben», sagt Burkert. Bei der Kontaktaufnahme sei die Erstantwort wichtig, um dann eine tiefere Zusammenarbeit anstreben zu können. Die meisten Anfragen gehen nachts zwischen 23 Uhr und fünf Uhr morgens ein, erzählt Burkert. «Wir outen uns, auf unserer Homepage stellt sich jeder Berater mit Bild vor und ist damit erkennbar», sagt sie. So wissen die User, wen sie ansprechen und mit wem sie in Kontakt kommen wollen. Spätestens nach 48 Stunden erhält der Ratsuchende Antwort, wenn möglich sogar noch am gleichen Tag.
«Wir bieten keine fertigen Lösungsvorschläge, sondern stellen erst mal Fragen, um weitere Informationen zu bekommen», erklärt Burkert. So könnten sich User intensiver mit ihrem Problem auseinandersetzen «und wir kommen dem zentralen Anliegen gemeinsam und schneller näher». Die Pfarrerinnen und Pfarrer im Netz sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet.
Die meisten User kommen aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern, so Burkert. Aber auch Deutsche, die im Ausland lebten, hätten schon Kontakt aufgenommen. «Rund 85 Prozent der User sind Frauen, das Durchschnittsalter der Ratsuchenden liegt zwischen 25 und 45 Jahren», sagt die Theologin. Fast zwei Drittel der in diesem Netz nach Hilfe fragenden Menschen seien Hochschulabsolventen, ein Drittel Fachschulabsolventen.
«Die User können sehr gut formulieren und analytisch denken», sagt Burkert. Eine Beratung kann bis zu maximal sieben E-Mails umfassen, dann entscheiden die Theologen, ob der Hilfesuchende eine Beratungsstelle vor Ort aufsuchen soll oder die Fragen so geklärt werden konnten. Zwischen den Mails lassen die Seelsorgenden eine gewisse Zeit verstreichen, was dem Internetnutzer ermöglicht, über sein Problem nachzudenken, sagt Kirchenrätin Zeilfelder-Löffler.
Problematisch sei, dass die Seelsorger im Ernstfall nicht eingreifen können, weil Namen und Adresse der User nicht bekannt sind. So hatte Burkert vor vielen Jahren einen Fall, als eine junge Frau ihr per Mail ihren Selbstmord ankündigte. «Ich habe von dieser Frau danach nie wieder etwas gehört», erzählt die 62-Jährige. Aber es gebe auch User, die sich nach Jahren wieder melden und sich für die einstige Hilfe bedanken.

(Evangelischer Pressedienst epd)

 

05.11.2012

 

LANDESKIRCHE BAUT INTERNET-SEELSORGE AUS
Seelsorgende werden am Mittwoch in Emmendingen kirchlich beauftragt

Karlsruhe/Emmendingen. Für immer mehr Menschen gehört das Internet zur alltäglichen Lebenswelt, in der viele auch Rat und Trost in schwierigen Situationen suchen. Die Evangelische Landeskirche in Baden baut deshalb ihr schon seit 15 Jahren bestehendes Seelsorge-Angebot im Internet deutlich aus.
Nach dem Relaunch der landeskirchlichen Website www.netseelsorge.de wird nun die Zahl der Internet-Seelsorgenden von fünf auf elf erhöht. Oberkirchenrat Matthias Kreplin beauftragt die Seelsorgerinnen und Seelsorger am Mittwoch, dem 7. November, in einem Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Emmendingen (17.00 Uhr) kirchlich.

Ratsuchende können über die Internetseite einen Ansprechpartner aussuchen und anonym Kontakt aufnehmen. Die Datensicherheit genügt dabei höchsten Ansprüchen. Die Seelsorgenden, Pfarrerinnen und Pfarrer, sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet. Viele Menschen, die Hilfe benötigten, schätzten die Niederschwelligkeit des Beratungsangebotes, berichtet Pfarrer i.R. Klaus Broßys von seinen langjährigen Erfahrungen. „Eine Frau hat mir geschrieben, dass sie sich nach den Gesprächen mit ihrem Therapeuten allein fühlt und sich schämt. Nach unserem Mailwechsel hingegen sei das nicht so.“
Zwischen den Mails lassen die Seelsorgenden eine gewisse Zeit verstreichen, was dem Ratsuchenden ermöglicht, über sein Problem nachzudenken, wie Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler erläutert: „Es handelt sich nicht um einen Chat. Vielmehr steht die Net-Seelsorge in der Tradition der Brief-Seelsorge.“ Denn der Ratsuchende muss sein Problem schriftlich ausdrücken können. Nach sechs oder sieben Mailkontakten wird er wenn nötig an eine andere Stelle weitervermittelt.
Der Bedarf nach Seelsorge im Internet steige, betont Zeilfelder-Löffler. So werde sich die Zahl der Online-Beratungen in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 160 vervierfachen. „Mit den zusätzlichen Seelsorgenden, die alle eine qualifizierende Aus- und Fortbildung mitgemacht haben, verbessern wir nun die Erreichbarkeit.“ Das Angebot wird nicht nur von Menschen in Baden wahrgenommen. Die meisten Anfragen kommen derzeit aus Nordrhein-Westfalen, wie die landeskirchliche Beauftragte für die Internet-Seelsorge weiter sagt.

(Pressemitteilung LK Baden, 05.11.2012)

 

03.11.2012

 

EMMENDINGEN. "Wir geben keine fertigen Antworten, sondern wollen auf Wege führen, auf denen die Antworten zu finden sind", sagt Klaus Broßys. Der in Emmendingen lebende pensionierte Pfarrer kümmert sich im Internet um die Sorgen seiner Mitmenschen. Er ist einer von derzeit elf Internetseelsorgern der Badischen Landeskirche, die am kommenden Mittwoch, 17 Uhr, in einem Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche durch Oberkirchenrat Matthias Templin offiziell zu ihrem Dienst beauftragt werden. Broßys, bis zu seinem Ruhestand Bahlinger Gemeindepfarrer und stellvertretender Dekan, kam wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind zu seiner neuen Aufgabe. "Sie haben doch jetzt viel Zeit", hieß es aus Karlsruhe. Die Kirchenleitung suchte Pfarrer, die für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Onlineberatung im Netz aktiv werden. Auch Hanns-Heinrich Schneider fühlte sich angesprochen. Der 66-Jährige predigte mehr als 15 Jahre von der Kanzel der Kenzinger Kirche und fand die Idee "spannend", sich nun einmal per Laptop mit ratsuchenden Menschen auszutauschen und seine seelsorgerische Erfahrung einzubringen.

"Wir begleiten einen
Denkprozess, im günstigsten Fall steht am Ende
auch eine Lösung."

Das niederschwellige kirchliche Angebot wendet sich gezielt an Menschen in Krisensituationen, die im Internet Rat suchen. "Die Anonymität lockt, es gibt keine Schwellenangst, an der Pfarrhaustüre zu klingeln", vermutet Broßys, weshalb das Interesse an der Beratung per Mausklick stetig wächst. Die meisten Anfragen kommen nachts zwischen ein und vier Uhr morgens. Es geht um Eheprobleme, um Liebeskummer, Sinnkrisen oder berufliche Sorgen: Depressionen und Angstzustände, teilweise begleitet von Suizidgedanken, stehen auf der Tabelle der Themen ganz weit oben. "Viele haben einen ganzen Riesenrucksack an Problemen, das geht einem dann näher, als man denkt", sagt Klaus Broßys, der in besonders schwierigen Situationen den Austausch mit Kollegen schätzt und sich selbst fachlichen Rat holt.

Ihr Gegenüber kennen die Netpfarrer nicht, nur Alter, Geschlecht, Ausbildung und die ersten beiden Zahlen der Postleitzahl sind auf dem Aufnahmebogen vermerkt und die gewünschten Gesprächsthemen. Dann entwickelt sich ein oft lebhafter Mailverkehr. "Teilweise werden von den Usern seitenlange Kommentare formuliert", berichtet Hans-Heinrich Schneider. Alle drei bis vier Stunden landen E-Mails im virtuellen Briefkasten, mindestens einmal pro Tag ist der Rat der Ruheständler gefragt. Die können festlegen, wie viele Anfragen sie zulassen und wann sie für ihre Klienten nicht erreichbar sein wollen – dann sind die Fotos im Netz unscharf.

Die Ratsuchenden, die auf den "Senden"-Button klicken, kommen aus der ganzen Welt. Selbst aus Finnland hatte Hanns-Heinrich Schneider schon Anfragen. Sie sind zum Großteil Frauen, die meisten zwischen 18 und 25 Jahren. Sie müssen nicht getauft sein oder der evangelischen Kirche angehören – "eine Offenheit für den Glauben ist meist dabei, sonst würden sie andere Angebote wählen". Und selbst wer mit Kirche nicht viel am Hut hat, lobt die Kurzzeitberatung im Internet. Rund 41 Prozent zeigt sich laut interner Statistik positiv überrascht von der Beratungsform. "Sie kommen zu uns, weil sie zurecht vermuten, dass sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden", sagt Hanns-Heinrich Schneider.

Internetseelsorge

Die Internetseelsorge der Evangelischen Landeskirche in Baden ist ein kostenloses Beratungsangebot. Ratsuchende können über die Seite der Internetseelsorge http://www.netseelsorge.de Kontakt zu den Seelsorgenden aufnehmen. Die beauftragten Seelsorger, meist ordinierte Pfarrer, stellen sich mit Foto und kurzem Lebenslauf auf der Homepage vor. Sie sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet. Der Kontakt geschieht per E-Mail und ist anonym. Der Ratsuchende formuliert sein Problem, der Seelsorger nimmt den digitalen Gesprächsfaden auf, das Problem wird konkretisiert und über Lösungen gemeinsam nachgedacht. Sechs bis sieben Kontakte sind der Normalfall, dann wird, wenn nötig, auf eine Vorortberatung verwiesen.

(Badische Zeitung, 3.11.2012)

 

17.09.2012

 

COMPUTER STATT COUCH: SEELSORGE IM NETZ

Neuer Webauftritt, neue Mitarbeiter - die Onlineseelsorge der badischen Landeskirche hat ihr Angebot optimiert. Nicht nur die optische und technische Ausstattung der Homepage www.netseelsorge.de wurde aktualisiert; seit dem Frühjahr verstärken sechs neue Online-Seelsorgerinnen und -Seelsorger - allesamt Pfarrer in Ruhe - das bisher fünf köpfige Beratungsteam. Die sogenannten "jungen Ruheständler" waren von Monika Zeilfelder-Löffler, der landeskirchlichen Beauftragten für Internetseelsorge eingeladen worden und konnten im Rahmen eines Studien- und Infotages für ihre neue Aufgabe gewonnen werden. Am 7. November 2012 (17 Uhr) werden sie in einem Gottesdienst in der Emmendinger Stadtkirche offiziell durch OKR Dr. Matthias Kreplin für ihren Dienst kirchlich beauftragt.
Einer von ihnen ist Pfarrer i. R. Klaus Broßys. "Seelsorge war immer ein Schwerpunkt meiner Arbeit", berichtet der 65-Jährige. Auch im Ruhestand engagiert er sich daher gern in diesem Bereich. "Die Gesellschaft trägt eine schicke Maske, aber dahinter ist oft gar nichts Schickes", so Broßys Beobachtung. Viele Menschen, die Hilfe brauchten, würden die Niederschwelligkeit des kirchlichen Online-Beratungsangebotes schätzen. "Eine Frau hat mir geschrieben, dass sie sich nach den Gesprächen mit ihrem Therapeuten allein fühlt und sich schämt. Nach unserem Mailwechsel hingegen sei das nicht so." Die Nachfrage nach Seelsorge im Internet wächst. Immer mehr Internetanschlüsse eröffnen zunehmend mehr Menschen den technischen Zugang. Ratsuchende können per E-Mail anonym Kontakt aufnehmen und sich einen Ansprechpartner aussuchen. Die durch die Landeskirche beauftragten Seelsorgenden sind dem Seelsorgegeheimnis verpflichtet. Eine qualifizierende Aus- und Fortbildung ist die Grundvoraussetzung für den Qualitätsanspruch der Internet-Seelsorge.

ekiba intern, aktuell 09/2012, Mitarbeitendenzeitschrift